Pressing Pause

Wie ihr wisst, lebe ich momentan in London. Diese Stadt ist einzigartig, kein Ort gleicht dem Anderen und ich sehe Dinge, die ich so in Deutschland noch nie gesehen habe. (Vielleicht kommt noch ein kleiner London Guide) Hier gibt es von Straßenmärkten, Food Markets über Theater, Kinos hin zu Clubs und Partys alles was das Herz begehrt. ABER- auch hier gibt es eine Schattenseite.

Es ist immer laut, immer überfüllt und es stinkt immer nach Abgasen. In London leben ca. 8,5 Millionen Menschen plus riesige Massen an Touristen. Es ist also kein Wunder, dass es immer und überall sehr voll ist. Das macht die Stadt aus, das erweckt sie zum Leben und das liebt man wenn man hier zu Besuch ist. Wenn man allerdings täglich von Menschenmassen durch die Straßen geschoben wird, kein ruhiges Plätzchen findet um mit einer Zeitschrift und einer Cola das gute Wetter zu genießen (ja richtig. Es gibt sonniges und warmes Wetter in London) und bei der Joggingrunde statt frischer Luft nur Abgase einatmet, vermisst man eine Auszeit. Einen Pause-Knopf den man drücken kann wenn man dem allen gerne entfliehen möchte. Zumindest geht das mir so. Vor allem der Lärm geht auf Dauer an die Substanz. Wenn man morgens um 7 Uhr von der Baustelle vor der Tür geweckt wird und nachts auf der anderen Seite des Hauses Straßenarbeiten verrichtet werden. Irgendwann sagt der Körper „stopp“ und die Ohren pfeifen oder die Lider zucken nervös ! (nur als Verbildlichung 😀 )

Meine Auszeit/ Pause-Knopf/ Ruhepol habe ich bei meinen Eltern und meinem Hund. Normalerweise habe ich meinen Hund Ivy tagtäglich um mich herum. Es ist normal für mich morgens im Regen noch vor dem Frühstück eine Runde mit ihr raus zu gehen und auch genauso abends schon halb im Schlafanzug noch eine Runde durch die Dunkelheit zu drehen. Es macht mir nichts aus. Ich liebe es. Es bringt mich runter und hilft mir. So oft bin ich schon wütend oder traurig in eine Gassi Runde gestartet um am Ende gelassener wieder zu kommen.

Diese Auszeit habe ich mir vor einigen Wochen gegönnt. Ich habe in einem Bett geschlafen, welches mir nicht fremd war und die absolute Stille genossen, die dort herrscht. Es waren nur ein paar Tage aber es hat meinen Puls um einiges sinken lassen. Es ist schön zu wissen, dass ich jederzeit zu diesem Rückzugsort kann. Keine Metropole der Welt kann meiner Familie und meiner Heimat das Wasser reichen. Home is where the dog is!

(kleine Randnotiz: Ivy lebt normalerweise bei mir- sie ist kein Familienhund, sie ist MEIN Hund. Ich zahle die Steuern, ich gehe zum Tierarzt, ich gehe jede einzelne Gassi Runde. Ich musste sie allerdings leider für die 5 Monate, die ich in London bin, bei meinen Eltern lassen, da sich das nicht hat vereinbaren lassen. Und ihr werdet lachen aber ich leide jeden Tag darunter und hab schon das ein oder andere Tränchen verdrückt 😀 )

© Photos by Kathrin Werner Photography

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